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Druckmesstechnik

Drucktransmitter für Hydraulik: Messbereich und Druckspitzen

Drucktransmitter für die Hydraulik auswählen: Relativ-, Absolut- oder Differenzdruck, Messbereich, Druckspitzen, Ausgangssignal — und was bei EN 50155 zu klären ist.

Ein Drucktransmitter in einer Hydraulikanlage arbeitet unter härteren Bedingungen als sein Verwandter in der Gebäudetechnik: hohe Betriebsdrücke, schnelle Druckspitzen, Vibration und verschmutztes Öl. Die meisten Ausfälle gehen nicht auf einen schlechten Sensor zurück, sondern auf einen falsch gewählten Messbereich oder eine unterschätzte Überlast. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Messprinzip, Messbereich, Überlastfestigkeit, Anschluss und Ausgangssignal auswählen — und was Sie klären müssen, wenn die Anwendung auf einem Schienenfahrzeug liegt.

Die genannten Faustwerte sind Auswahlhilfen und ersetzen weder das Datenblatt noch die Auslegung durch den Anlagenbauer. AgControlli liefert die Messgeräte; Auslegung und Inbetriebnahme der Anlage bleiben bei Ihnen.

1. Relativ-, Absolut- oder Differenzdruck?

Die erste Entscheidung ist, wogegen der Druck gemessen wird:

MessartBezugsdruckTypische AnwendungGerät
RelativdruckUmgebungsdruckHydraulikkreise, Pumpen, Druckluft, Wasser, DampfAG-GPT-100 — 0–1 bis 0–400 bar, ±0,25 % v. E.
AbsolutdruckVakuum (werkseitig abgedichtetes Referenzvakuum)Vakuumsysteme, Höhenkorrektur, barometrische KompensationAG-APT-100 — 0–0,4 bar abs bis 0–400 bar abs, ±0,1 % v. E.
DifferenzdruckZweiter MesspunktFilterverschmutzung, Durchfluss über Blende oder VenturidüseAG-DPT-200 — 0–100 mbar bis 0–70 bar, ±0,075 % v. E.

Für die klassische Hydraulik — Druck im Kreis gegenüber der Umgebung — ist der Relativdrucktransmitter die richtige Wahl. Ein Absolutdrucktransmitter misst gegen ein Vakuum und liefert deshalb auch bei schwankendem Luftdruck denselben Wert; er gehört in Vakuumanlagen und überall dort, wo der Luftdruck selbst Teil der Rechnung ist. Ein Differenzdrucktransmitter zeigt den Druckabfall über einem Bauteil, etwa einem Rücklauffilter, und ist kein Ersatz für die Druckmessung im Kreis.

2. Messbereich: nicht zu groß, nicht zu klein

Gängig ist die Faustregel, den Betriebsdruck in den Bereich von etwa 50–70 % des Messbereichsendwerts zu legen. Zwei Gründe: Ein zu kleiner Bereich lässt keine Reserve für Spitzen, ein zu großer verschenkt Genauigkeit, weil sich die Messabweichung auf den Endwert bezieht.

BetriebsdruckGewählter BereichAnteil des EndwertsMessabweichung bei ±0,25 % v. E.
60 bar0–100 bar60 %±0,25 bar
250 bar0–400 bar62,5 %±1,0 bar

Der AG-GPT-100 ist in den Bereichen 0–1, 0–4, 0–10, 0–25, 0–100 und 0–400 bar lieferbar. Wählen Sie den kleinsten Bereich, der Betriebsdruck und Spitzen sicher umfasst.

3. Druckspitzen und Überlast

Schaltende Ventile, anschlagende Zylinder und Pumpenpulsation erzeugen Druckspitzen, die den Betriebsdruck deutlich übersteigen können — oft nur für Millisekunden, aber oft genug, um die Messmembran zu schädigen. Prüfen Sie deshalb drei Werte, nicht nur den Betriebsdruck:

  • Betriebsdruck — der Dauerwert im Normalbetrieb.
  • Spitzendruck — der höchste im Kreis auftretende Wert, gemessen oder vom Anlagenbauer genannt.
  • Überlastfestigkeit des Transmitters — beim AG-GPT-100 gilt laut Datenblatt ein Überdruckschutz bis zum 5-fachen Nennwert; der zulässige Wert hängt vom Messbereich ab, bitte bei der Bestellung für Ihren Bereich bestätigen lassen.

Wo Spitzen unvermeidlich sind, hilft eine Dämpfung in der Messleitung (Drossel oder Dämpfungsglied), die die Spitze vom Sensor fernhält, ohne den Dauerwert zu verfälschen.

4. Medium, Werkstoff und Membran

Hydrauliköl ist für Edelstahl unkritisch; Probleme macht eher Verschmutzung — Abrieb, Partikel, in der Mobilhydraulik auch zähes oder kaltes Öl. Der AG-GPT-100 hat medienberührende Teile aus 316L-Edelstahl; für viskose oder verunreinigte Medien ist eine Planmembran-Ausführung verfügbar, die keine Bohrung hat, in der sich Ablagerungen festsetzen. Eine vollverschweißte Ausführung der medienberührenden Teile ist ebenfalls lieferbar. Prozesstemperatur: −40 bis +120 °C; Schutzart IP67.

5. Prozessanschluss und Ausgangssignal

  • Anschluss: G ¼" Außengewinde, G ½" Außengewinde oder ½" NPT — bitte bei der Bestellung angeben, ebenso die Dichtung der Anlage.
  • Ausgang: 4–20 mA in Zweileitertechnik als Standard; optional HART 7 oder Modbus RTU. Das Stromsignal ist unempfindlich gegen Störungen und lange Leitungen und lässt sich auf Drahtbruch überwachen.
  • Versorgung: 12–36 V DC.

6. Mobilhydraulik

In mobilen Maschinen kommen zu Druckspitzen noch Vibration, Schock, Temperaturwechsel und ein Bordnetz mit Schwankungen hinzu. Der Versorgungsbereich von 12–36 V DC deckt den Nennbereich üblicher 24-V-Bordnetze ab; bei 12-V-Netzen liegt die untere Grenze am Rand — prüfen Sie die Unterspannung beim Start. Spannungsspitzen und Schutzbeschaltung des Bordnetzes sind getrennt zu klären. Werte für Schock- und Vibrationsfestigkeit nennen wir Ihnen für Ihren Einsatz auf Anfrage; verlassen Sie sich dafür nicht auf die Schutzart.

7. Bahnanwendungen und EN 50155

Wer einen Drucktransmitter für ein Schienenfahrzeug sucht, trifft schnell auf EN 50155, die Norm für elektronische Einrichtungen auf Schienenfahrzeugen. Sie legt unter anderem Temperaturklassen, Versorgungsspannungsbereiche und Spannungsunterbrechungen fest; für Schock und Vibration verweist die Praxis auf EN 61373, für die elektromagnetische Verträglichkeit auf EN 50121-3-2.

Klar gesagt: Der AG-GPT-100 ist ein Industrie- und Gebäudetechnikgerät (CE, RoHS, ATEX optional). Eine Zulassung nach EN 50155 gehört nicht zum Standardumfang. Verlangt Ihre Spezifikation diese Norm, sprechen Sie uns vor der Bestellung an — wir sagen Ihnen offen, ob ein Gerät aus unserem Programm passt, und empfehlen sonst keinen Kauf, der später an der Abnahme scheitert. Für stationäre Anlagen der Bahninfrastruktur (Werkstätten, Prüfstände, Hydraulikaggregate am Boden) gelten diese fahrzeugspezifischen Anforderungen in der Regel nicht in dieser Form; klären Sie das mit Ihrem Besteller.

8. Checkliste für die Bestellung

  • Messart wählen: Relativ, Absolut oder Differenz.
  • Betriebsdruck, Spitzendruck und Überlastgrenze notieren; Bereich so wählen, dass der Betriebsdruck bei etwa 50–70 % liegt.
  • Medium, Verschmutzung und Temperatur nennen; bei zähem oder verunreinigtem Öl die Planmembran angeben.
  • Prozessanschluss (G ¼", G ½", ½" NPT) und Dichtung festlegen.
  • Ausgangssignal und Versorgungsspannung bestätigen; Bordnetz bei Mobilhydraulik prüfen.
  • Sonderanforderungen (EN 50155, ATEX, Schock/Vibration) vor der Bestellung klären.

In diesem Beitrag behandelte Geräte

Das Drucktransmitter-Programm umfasst Relativ-, Absolut-, Differenz- und Kleinstbereichs-Transmitter. Senden Sie uns Medium, Druckbereich, Spitzendruck, Anschluss und Ausgangssignal — wir bestätigen das passende Modell und die Lieferzeit.

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